Epitome Iuliani

1. Einführungstext

Die Epitome Iuliani stellt die im frühmittelalterlichen Westen am meisten genutzte Sammlung justinianischen Rechts dar. Die Epitome ist – genauer betrachtet – eine Einführungsvorlesung im byzantinischen Rechtsunterricht, die der Rechtslehrer Iulianus in Konstantinopel noch zu Lebzeiten Justinians gehalten hat. 124 Novellen des oströmischen Kaisers werden dort in verkürzter Form behandelt. Die frühmittelalterlichen Sammlungen der Constitutiones de rebus ecclesiasticis, der Capitula ex lege Iustiniana und der Novellensumme De ordine ecclesiastico bestehen ausschließlich aus Exzerpten aus der Epitome Iuliani, sodass die Handschriften, die sie enthalten, ebenfalls hier aufgeführt werden. Dazu kommen die Regulae ecclesiasticae, die Collectio in V libris und die Collectio in IX libris, die neben den Epitome Iuliani auch andere römischrechtliche Texte aufnehmen.

2. Edition

  • Gustav Hänel (Hrsg.), Iuliani Epitome Latina Novellarum Iustiniani, Leipzig 1873.
  • Gerhard Schmitz / Matthias Weber (Hrsg.), Die “Summa de ordine ecclesiastico”: Eine römisch-rechtliche Quelle Benedicts, 2004 (online)

3. Literaturempfehlungen (seit 2000)

  • Wolfgang Kaiser, Die Epitome Iuliani. Beiträge zum römischen Recht im frühen Mittelalter und zum byzantinischen Rechtsunterricht (Studien zur Europäischen Rechtsgeschichte. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt am Main 175), Frankfurt a.M. 2004.
  • Wolfgang Kaiser, Wandlungen im Verständnis der Epitome Iuliani von der Spätantike bis zur Gegenwart, in: Martin Avenarius (Hrsg.), Hermeneutik der Quellentexte des Römischen Rechts, Baden-Baden 2008, S. 300-353.
  • Wolfgang Kaiser, Fragmente der Epitome Iuliani, I. Hs Paris BN Baluze 270 ff. 68-69, II. Hs Karlsruhe, Badische Landesbibl. Fragm. Aug. 145, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Romanistische Abteilung 126 (2009), S. 440-460.

4. Weitere Ressourcen


5. Handschriften [38]


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