Über das Projekt

1. Ziel

Das Ziel der Bibliotheca legum ist es, einen Überblick über die handschriftliche Produktion weltlichen Rechts in der Karolingerzeit zu geben. Vorbild dafür ist die Bibliotheca capitularium regum Francorum manuscripta von Hubert Mordek (München 1995), ein für die Forschung mittlerweile unverzichtbares Hilfsmittel. Mordek verzeichnete darin alle Handschriften mit Kapitularien (Herrschererlassen) fränkischer Könige. Bei der Beschreibung orientierte er sich an einem festen Schema: Mordek gab eine kurze kodikologische und paläographische Einordnung, beschrieb den Inhalt (beschränkt auf die Kapitularien und verwandte Texte) mit Angabe von Rubriken, Incipits, Explicits, und nannte ausführlich die wissenschaftliche Literatur zur jeweiligen Handschrift. Eine vollständige Beschreibung war nicht vorgesehen.

2. Vorarbeiten

Im Rahmen des DFG-Projekts „Überlieferungsgeschichtliche Studien zum fränkischen Rechtsbuch der Karolingerzeit“ (2007-2010) war geplant, den Band von Mordek um diejenigen 23 Handschriften bzw. Fragmente der Lex Salica zu ergänzen, die von ihm nicht verzeichnet wurde. In einem weiteren Schritt ist im Sommer 2012 an der Universität zu Köln die Idee entstanden, das Verzeichnis auf alle Handschriften des weltlichen Rechts im Frankenreich auszudehnen und damit der Bibliotheca capitularium eine Bibliotheca legum zur Seite zu stellen. Der Fokus liegt dabei auf dem Rechtswissen, welches in der Karolingerzeit verfügbar war. Deshalb werden nicht nur die in der Karolingerzeit geltenden Kodifikationen aufgenommen, sondern alle Bücher des weltlichen Rechts, die im Frankenreich abgeschrieben wurden. Eine Liste der verzeichneten Werke und kurze Charakterisierungen finden Sie hier.

3. Arbeitsplan

Der Arbeitsplan des Projekts ist zweistufig. Zuerst soll ein Überblick über alle relevanten Handschriften mit weltlichen Rechtsbüchern gegeben werden. Die verschiedenen Datierungen und Lokalisierungen der Handschriften sollen möglichst vollständig erfasst werden. Das Projekt interessiert sich in erster Linie für die räumliche und zeitliche Veränderung der Produktion von Rechtswissen, nicht für Handschriften als Überlieferungsträger von Texten (wie in der Liste von Gero Dolezalek). In einem zweiten Schritt sollen dann für ausgewählte Gruppen Beschreibungen erarbeitet werden, die sich am Vorbild von Mordek anlehnen.

Karl Ubl, 2012