Excerpta de libris Romanorum et Francorum

1. Einführungstext

Die Excerpta de libris Romanorum et Francorum waren in der älteren Forschung unter dem Namen Canones Wallici bekannt. Diese Bezeichnung geht auf einen ihrer Editoren, Ludwig Bieler, zurück, findet sich allerdings in keiner der erhaltenen Handschriften. Vier von sechs Handschriften nennen “Excerpta de libris Romanorum et Francorum” als Titel. Die Excerpta erscheinen in den Handschriften als eine Sammlung von 63 bis 67 Kapiteln strafrechtlichen Inhalts.

Die Entstehungszeit sowie die genaue räumliche Einordnung der Sammlung sind in der Forschung umstritten, und damit zusammenhängend, inwieweit die Excerpta einer bestimmten ethnischen Gruppe zuzuordnen sind. Insbesondere Hermann Wasserschleben, Ludwig Bieler, David Norman Dumville, Léon Fleuriot, Soazick Kerneis und jüngst Magali Coumert haben sich mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Es kann nur eine Entstehung in Nordwesteuropa vor der Mitte des 9. Jahrhunderts aufgrund der handschriftlichen Überlieferung als gesichert gelten, wobei die Bretagne aufgrund der in den Manuskripten zu findenden Glossen in altbretonischer Sprache vorrangig als Entstehungsregion genannt wird.


2. Edition

Ludwig Bieler (Hrsg.), The Irish Penitentials (Scriptores latini Hiberniae 5), Dublin 1963.


3. Literaturempfehlungen (seit 2000)

  • Michele Grazia, I Canones Wallici: uno statuto rurale europeo. L’eclettismo giuridico di una compilazione normativa altomedievale, in: I quaderni del MAES 11 (2008), S. 141-178.
  • Magali Coumert, Existe-t-il une “Ancienne loi des Bretons d’Armorique”? Identités ethniques et tradition manuscrite au haut Moyen Âge, in: La Bretagne Linguistique 18 (2014), S. 227-264.

4. Weitere Ressourcen

Hermann Wasserschleben (Hrsg.), Die Bussordungen der abendländischen Kirche nebst einer rechtsgeschichtlichen Einleitung, Halle 1851. (online bei archive.org)


5. Handschriften [6]